Glossar

Was ist Pig Butchering? Krypto-Betrug mit Gefühl erklärt

Pig Butchering ist eine Betrugsmasche, bei der Täter online erst eine Freundschaft oder Liebesbeziehung aufbauen und ihr Opfer dann zu Krypto-Investitionen auf gefälschten Trading-Plattformen bringen.

Pig Butchering ist eine Betrugsmasche, bei der Täter online zuerst eine emotionale Bindung aufbauen, als Freund oder als große Liebe, und ihr Opfer dann dazu bringen, auf gefälschten Trading-Plattformen oder Apps in Kryptowährungen zu investieren. Der Name ist Englisch für „Schweineschlachten“: So nennen die Täter ihre Masche selbst, Ermittler sprechen dagegen vom Trading-Scam (Bayerisches Justizministerium). Gemeint ist, dass das Opfer erst gemästet und dann ausgenommen wird (Beobachter).

Woran du Pig Butchering erkennst

  • Ein Zufallskontakt. Oft beginnt es mit einer SMS wie „Sorry, falsche Nummer“, danach bleibt der Fremde freundlich im Gespräch und fragt nach Hobbys und Alltag (Der Standard). Auch Dating-Apps und soziale Netzwerke sind typische Wege.
  • Schnell in den Messenger, aber nie ein Treffen. Das bayerische Justizministerium rät zu Vorsicht, wenn jemand rasch vom Dating-Portal in einen Messenger wechselt und weder Treffen noch Videoanruf zulässt.
  • Irgendwann geht es um Geld. Du sollst Geld überweisen oder in Kryptowährung investieren, meist über eine App oder Website, die dir dein Gegenüber empfiehlt.
  • Die Plattform zeigt kräftige Gewinne. Laut Verbraucherzentrale sind die Gewinne in solchen vorgetäuschten Depots von Anfang an simuliert (Verbraucherzentrale).
  • Vor der Auszahlung sollst du zahlen, etwa „Gewinnsteuern“ oder sonstige Gebühren.
  • Jemand will Fernzugriff auf deinen Computer, zum Beispiel per AnyDesk.

Ein Beispiel

Ein erfundenes Beispiel: Eine Unbekannte schreibt per WhatsApp „Hallo Frau Weber, steht unser Termin morgen noch?“ Du antwortest, dass sie sich vertippt hat, ihr kommt ins Gespräch, und wochenlang schreibt sie dir jeden Tag. Dann zeigt sie Screenshots ihrer Krypto-Gewinne und empfiehlt dir eine App. Deine ersten 500 Euro wachsen dort schnell, doch zum Auszahlen sollst du erst eine „Steuer“ überweisen.

Der Unterschied zum klassischen Love-Scamming

Beim klassischen Love-Scamming erfindet der Täter eine Notlage, etwa einen Unfall oder ein fehlendes Flugticket. Beim Pig Butchering täuschen die Betrüger laut bayerischem Justizministerium keine Geldprobleme vor, sondern locken mit Gewinnen. Du hast also nicht das Gefühl, jemandem Geld zu geben, sondern ein gutes Geschäft zu machen.

Was du tun kannst

  1. Zahl nichts mehr ein, auch keine Gebühren oder Steuern für eine Auszahlung (Watchlist Internet).
  2. Ruf sofort deine Bank an und frag, ob sich Zahlungen noch stoppen lassen. Hast du Fernzugriff gewährt oder Bankdaten herausgegeben, sperr Karten und Online-Banking rund um die Uhr über den Sperr-Notruf 116 116.
  3. Sichere Beweise: Chats, Namen, Telefonnummern, IBAN, Wallet-Adressen und Screenshots der Plattform.
  4. Erstatte Anzeige bei der Polizei, in Deutschland auch über die Onlinewache. Die Verbraucherzentrale rät zusätzlich zu einer Beschwerde bei der BaFin. In Österreich meldest du die Plattform auch der FMA und Watchlist Internet.
  5. Prüf jede Plattform vorher in der Unternehmensdatenbank der BaFin. Die BaFin selbst meldet sich laut Verbraucherzentrale nicht unaufgefordert bei Privatleuten und verlangt keine Zahlungen.
  6. Vorsicht vor Rückhol-Angeboten. Wer später verspricht, dein verlorenes Geld zurückzuholen, und dafür eine Zahlung verlangt, will dich ein zweites Mal betrügen.

Bist du unsicher, ob ein Chat zu dieser Masche passt, erkennt Mirabus Betrugs-Detektor in einem Screenshot typische Muster bekannter Betrugsmaschen und markiert Zahlungsaufforderungen und Druckformulierungen, als Signal, nicht als Garantie.

Quellen

Ratgeber dazu

  1. Chat-Analyse Love-Scamming erkennen: So läuft Liebesbetrug ab Wie Romance-Scammer vorgehen, von der ersten Nachricht bis zur Geldforderung, die eine Regel, die dich schützt, und was du tust, wenn du schon gezahlt hast.
  2. Betrugs-Detektor Betrugs-SMS erkennen: Phishing per SMS und WhatsApp Paket-SMS, gesperrte Konten, falsche Steuererstattungen und „Hallo Mama“: woran du Betrugsnachrichten erkennst, wo du sie meldest und was nach einem Klick hilft.
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