Glossar

Was ist Catfishing? Bedeutung, Anzeichen und was hilft

Catfishing heißt, dass sich jemand online mit einer gefälschten Identität als eine andere Person ausgibt, meist mit fremden Fotos und einer erfundenen Lebensgeschichte. Der Begriff geht auf den Dokumentarfilm „Catfish“ aus dem Jahr 2010 zurück (Stuttgarter Zeitung). Dahinter kann der Wunsch nach Aufmerksamkeit stehen, aber auch Mobbing oder der Versuch, an Geld zu kommen (Abendzeitung).

Woran du Catfishing erkennst

  • Fotos wie aus einem Shooting. Die Polizei nennt Fotoserien mit ähnlichen Posen und Kleidung als Hinweis auf gestohlene Bilder (Polizei-Beratung).
  • Ein Profil ohne Ecken und Kanten. Kein Arbeitsplatz, kein Wohnort, keine Interessen, die sich nachprüfen lassen.
  • Ein Beruf, der jede Abwesenheit erklärt. Die Polizei nennt etwa Ingenieure oder US-Soldaten im Auslandseinsatz.
  • Nie ein Videoanruf. Die bayerische Polizei sieht es laut Abendzeitung als Warnzeichen, wenn jemand Video-Chats ausweicht. Treffen platzen kurzfristig wegen dramatischer Zwischenfälle.
  • Sehr schnell sehr viel Gefühl. Komplimente und gemeinsame Zukunftspläne, obwohl ihr euch nie gesehen habt, mehr dazu unter Love-Bombing (Polizei-Beratung).
  • Am Ende geht es um Geld. Eine Notlage, ein Flugticket, Gutscheine, Kryptowährung oder ein angeblich sicheres Investment wie beim Pig Butchering.

Ein Beispiel

Ein erfundenes Beispiel: Auf einer Dating-App schreibt dir „Jonas, 41, Bauingenieur auf Montage in Norwegen“. Er meldet sich jeden Morgen, die Kamera ist angeblich kaputt, ein Treffen klappt nie. Eine Bilder-Rückwärtssuche findet seine Fotos auf dem Profil eines Fitnesstrainers aus Kanada, der ganz anders heißt.

So prüfst du ein Profil

  1. Fotos rückwärts suchen. Mit Google Lens, der visuellen Suche von Bing oder TinEye siehst du, ob ein Bild schon woanders im Netz steht. TinEye erkennt bestimmte Fotos, aber keine Gesichter, deshalb ist kein Treffer noch kein Echtheitsbeweis. Wie es geht, steht in unserer Anleitung zur Bilder-Rückwärtssuche.
  2. Den Namen suchen. Die Polizei rät, ihn zusammen mit dem Wort „Scammer“ in eine Suchmaschine einzugeben.
  3. Einen Videoanruf vorschlagen. Ein Beweis ist auch der nicht: Laut Verbraucherzentrale sagt ein Video-Chat noch nichts über Seriosität (Verbraucherzentrale).

Zusätzlich zeigt dir Mirabus Gesichtssuche, wo ein Foto online auftaucht und wie alt die älteste Kopie ist, ohne dass die Person auf dem Foto davon erfährt.

Was du tun kannst

Du musst niemanden entlarven. Es reicht, dich zu schützen.

  • Schick kein Geld und keine Ausweiskopien. Die Polizei rät, niemals Geld an Menschen zu überweisen, die du nie im echten Leben getroffen hast.
  • Brich den Kontakt ab, blockiere und melde das Profil bei der Plattform. Wie das auf Instagram, TikTok, X und Facebook geht, steht in Fake-Accounts erkennen.
  • Sichere Beweise: Screenshots vom Profil, vom Chat und von Zahlungen.
  • Ist schon Geld geflossen, ruf sofort deine Bank an und erstatte Anzeige bei der Polizei, in Deutschland auch über die Onlinewache.

Weitere Warnzeichen und einen Fünf-Minuten-Check findest du in Fake-Profil erkennen.

Quellen

Ratgeber dazu

  1. Gesichtssuche Fake-Profil erkennen: 9 Warnzeichen für Catfishing Neun Warnzeichen für Catfishing, ein Fünf-Minuten-Check mit Gratis-Werkzeugen und was du tust, wenn die Geschichte nicht aufgeht.
  2. Gesichtssuche Bilder-Rückwärtssuche: Ist das Profilbild geklaut? Schritt für Schritt mit Google Lens, Bing und TinEye auf Handy und Computer, dazu die Grenzen der Suche und woran du KI-generierte Gesichter erkennst.
  3. Profil-Analyse Fake-Accounts erkennen: Instagram, TikTok, X, Facebook Woran du Fake-Accounts und Bots erkennst, welche Kontoinfos Instagram und Facebook selbst zeigen und wie du auf allen vier Plattformen meldest und blockierst.
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